Die heilige Medizin aus dem Amazonas und wie meine erste Begegnung mit Mama Ayahuasca war


Letztes Frühjahr stellte mich das Universum vor den Scherbenhaufen meiner Beziehung. Mein damaliger Freund und ich wollten einen letzten Anlauf nehmen unsere Beziehung zu retten und reisten an unseren Lieblings Ort im Norden von Goa. Es waren zu viele Dinge passiert, zu tiefe Wunden bei beiden entstanden, als dass 3 Wochen Strand uns hätten wieder zusammen bringen können. Und so tat Mama India, was sie seit jeher tut: sie zeigt uns die Wahrheit, bricht alle Vorhaben und Regeln, stellt ihre eigenen Gesetze auf und wirft alle Pläne über den Haufen.

Nach 3 Wochen Indien reiste ich allein nach Wien zurück, als Single-wiederwillen, fassungslos, leer und doch gab mir die tiefe Ruhe und Gelassenheit Indiens Hoffnung mit. Das Urvertrauen in mir oder nennen wir es „Seele“ wusste, dass jetzt die Zeit der Heilung und des Umbruchs gekommen war. Meine Aufgabe war jetzt all den Schmerz zu transformieren, durch meine Erfahrung zu wachsen, dankbar und liebevoll das Alte hinter mir zu lassen, alte Muster abzuwerfen und irgendwann in neuem Glanz zu erstrahlen.

Ich wusste ich wollte und brauchte nach dieser Trennung Unterstützung von einem Therapeuten oder Energetiker um mich wieder in Balance und Selbstliebe zu bringen. Gedacht - geschehen, man nennt das auch Manifestation :-)

Nach 2 Tagen in Wien, erzählte mir eine Freundin von einem tollen Energetiker, der wie es der Zufall wollte auch noch mein Yogaschüler war. Traurig finde ich immer wenn Therapie zu etwas Negativen, etwas Peinlichem wird oder als Schande angesehene wird. Den ganzen Tag sind wir damit beschäftigt gut auszusehen, makellos zu sein, putzen Haus, Auto, und Möbeln - aber wer putzt denn seinen Geist? Wer von uns macht Ordnung in seinem Gedanken-Wirr-Warr? Wer sich selbst den Luxus gönnt eine Therapie in Anspruch zu nehmen, den kann ich nur beglückwünschen, denn das ebnet den Weg zum Glück, zu dir SELBST, zu Ruhe und Gelassenheit. Aber ich schweife ab...

Also Ayahuasca….

Meistens neigen wir dazu uns den okkulten, schamanischen und spirituellen Dingen zuzuwenden, wenn wir in schwierigen Phasen des Leben stecken, wenn wir keinen anderen Ausweg mehr sehen, alle anderen Hoffnungen schon aufgegeben haben. Leider sehe ich das ähnlich mit dem derzeitigen Ayahuasca-Trend. Halbseidene Schamanen oder solche die sich so nennen bieten Ayhuasca Parties an, preisen die Medizin wie eine Droge an, die auf dem Weg zur Erleuchtung für jeder Mann als Abkürzung genutzt werden kann. Anstatt sich mit dem Dreck in seinem Inneren zu konfrontieren, schmeisst man sich für eine Nacht in eine Ayhuasca Zeremonie und am nächsten Tag sind alle Probleme weg. Ja genau!!!!!!

Das die Medizin ihren Weg in den Westen gefunden hat, ist auf jeden Fall ein Zeichen des universellen Erwachens. Wir sind auf der Suche nach Heilung und Spiritualität und somit mehr offen für die Verbindung zu unseren Wurzeln und der Mutter allen Seins. Wer sich auf den Weg macht sollte dies jedoch mit kleinen Schritten, langsam und behutsam tun, denn auf dem Weg liegen die Antworten und Erkenntnisse.

Als ich vor einigen Jahre in Brasilien war, dem Ursprungsland des Trunks, war ich noch nicht offen und bereit für die Pflanze und so zeigte sie sich mir auch nicht. Erst durch die Arbeit an mir Selbst, ein Tal aus Depressionen, Wut, Drogen und Alkohol das ich durchschritt, durch Yoga, Meditation, Therapien und Selbstreflexion wurde ich offen für die Begegnung mit Ayahuasca.

Vor meiner Zeremonie spürte ich deutlich den Drang, Ayauhasca zu nehmen, traf plötzlich nur mehr Leute, die mir davon erzählten, mir wurden von allen Seiten Schamanen empfohlen und von Erfahrungen berichtet, es war als wenn das Universum mir ganz deutlich zeigte: die Zeit ist jetzt reif. Es war als wenn die Pflanze mich zu sich rief und ich der Spur folgte. Über Empfehlungen hatte ich zwei Schamanen ausgewählt, kontaktiert und alle Vorbereitungen getroffen. Das zweiwöchige Fasten vor der Zeremonie finde ich als sehr wichtig, da es nicht nur den Körper reinigt und den Geist beruhigt, es bringt auch eine Gewisse Demut der heiligen Pflanze gegenüber. Ein guter Nebeneffekt des Fastens ist, dass man weniger kotzen muss wenn das Körpersystem sauber ist. Die Fastenanweisungen variieren leicht von Schamane zu Schamane aber im Grunde geht es darum auf Zucker, Fleisch, Weizenprodukte, Alkohol, Nikotin und Sex zu verzichten.

Ein, zwei Tage vor der Zeremonie kann ich empfehlen nur mehr Säfte und Tee zu trinken und auf feste Nahrung zu verzichten. Auch mentale Vorbereitungen auf die Reise haben mir geholfen, Meditation und Atemübungen, viel Ruhe, wenig Handy-und Internetkonsum.

Was ich zur Zeremonie mitgenommen habe:

Gewaschene, weisse, gemütliche Kleidung

Schlafsack

Meinen Lieblingsedelstein und schöne Federn als Talismänner

Blütenwasser und Rosenwasser

Trockenfrüchte für den Morgen danach

Dicke Socken für warme Füsse

Also ich beim Ort meiner Zeremonie ankam war alles schon vorbereitet, Decken und Pölster bereit gelegt und ein Kübel falls ich mich übergeben würde stand auch dezent in der Ecke. Kristalle waren um kleine Räucherschalen gelegt, Salbei und Weihrauch brannten und Palo Santo Duft lag in der Luft. Der Schamane war ruhig und gelassen, schlurfte in einem golden Kimono umher und traf letzte Vorbereitung für unsere One-on One Sitzung. Als es dunkel wurde zündeten wir Kerzen an und ich wurde mit dicken Nebel aus Naturtabak eingehüllt, den der Schamane aus langen Holzpfeife rauchte. Der Tabak zieht Ahnen und Seelenverwandte an und soll der Seele das Loslassen aus der körperlichen Hülle erleichtern. Auch das kleine Glas aus dem wir die Medizin trinken sollten wurde mit Rauch gefüllt und gereinigt, dann wurde die Flasche mit der rot-braunen Medizin voll genebelt und Segenssprüche hinein gesprochen. Dann endlich füllte mein Schamane ein kleines Glas bis zum Rand mit der dicken Pampe an und reichte es mir um erst mit Mama Ayhuasca zu reden, meine Intention oder Bitte an sie auszusprechen, mich vor ihr zu verneigen, sie zu begrüssen und dann kippte ich die Flüssigkeit, die ziemlich schrecklich schmeckte mit einem Satz runter.

Mein Curandero (Hexer auf Spanisch) trank auch ein Glas und ich noch eins hinterher, wir setzten uns gegenüber und begannen mit Eye-gazing und tiefer Atmung auf den Beginn der Reise zu warten. Irgendwann hatte sich die Medizin in mir ausgebreitet und als erstes überkam mich eine heftige Übelkeit. Ich versuchte los zu lassen und den Reinigungsprozess fliessen zu lassen aber ausser viel Speichel und Galle konnte ich nicht kotzen. Mein Körper wurde so schwer das ich Mühe hatte aufrecht zu sitzen. Ich lehnte mich an die Wand, weil ich meine Kräfte nicht mehr kontrollieren konnte und bunte Muster, Farben blitzen vor meinen Augen auf. Fast als würde ich meinen Körper verlassen und nur mehr die Hülle von mir in dem Zimmer sitzen fühlte sich das Ganze an. Ich hatte Angst und gleichzeitig ein tiefes Gefühl von Vertrauen, abwechselnd spürte ich das es mir hinten oder vorne rauskommen würde, schaffte es aber irgendwie aufs Klo. Die Reise ging weiter, Bilder aus der Vergangenheit und Farben über Farben vor meinen geschlossenen Augen. Irgendwann trank ich noch ein halbes Glas und sank gegen Morgen erschöpft in einen unruhigen Schlaf.

Als ich aufwachte war ich enttäuscht. Das war Alles? Ich hatte mir das ganz anders vorgestellt, so gross und mächtig, so transformierend, aber es war alles noch gleich, alle Fragen noch da und ich noch immer die Selbe.

Der Schamane las meine Gedanken sofort, war die ganze Nacht nicht von meiner Seite gewichen, hatte über meine Seele gewacht. Er erklärte mir einige Bilder die ich gesehn hatte. Er bat mich zu duschen und mit Blüten-und Rosenwasser den ganzen Körper zu reinigen, frische Kleidung anzuziehen und als mein erfrischtes, duftendes Ich zurück ins Zimmer kam erklärte er mir: dass ich nun mit der Pflanze verbunden sei. Viele Veränderungen werden kommen, sich nach und nach zeigen. Das die Reise nicht so heftig war wie erwartet, juckte ihn überhaupt nicht; "darauf kommt es gar nicht an" waren seine Worte. Manchmal braucht es eine zweite und dritte Zeremonie um tiefer zu Reisen, um Ängste zu überwinden, die uns kontrollieren.

Die folgenden Tage waren seltsam schön und gruselig zu gleich. Ich fühlte mich so sauber und geistig gereinigt, verbunden mit Allem und jedem. Ich fühlte so viel Empathie für jedes Lebewesen - und auch die schienen es zu spüren.

In der Nacht nach der Zeremonie passierte etwas Aufregendes! Ich wurde von meinen Ahnen besucht! Mitten in der Nacht wachte ich auf und wusste das jemand da war, und jetzt da ich das schreibe kommt mir noch die Gänsehaut über den ganzen Körper. Aus dem Tiefschlaf gerissen, wusste ich erst nicht was los war aber plötzlich war alles ganz klar: Meine verstorbene Tante war hier, bei mir im Zimmer. Ich sah kein Gesicht oder Körper aber ich spürte genau das es sie war und mir sagte, dass ich beschützt und geliebt sei, ich spürte ihre Energie, ihre Präsenz ganz deutlich. Die Medizin ist jetzt in meinen Zellen gespeichert, lässt mich nie mehr los, ich bin verbunden mit der gesamten universellen Weisheit, mit Zuversicht und Gelassenheit. Ich bin Teil des Ganzen und das Ganze bin ich, alles ist Eins! Auch wenn meine erste Verbindung mit der Medizin vergleichsweise sanft war, war es doch tief und bewegend. Auf jeden Fall möchte ich weitere Zeremonien machen, ich glaub eine Zeremonie mit drei Nächten Ayahuasca ist mein nächster Schritt.

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