Danke Goa, es war der Winter meines Lebens


Im Oktober packte ich meine Sachen und baute meine Zelte in Wien ab. Ich wollte den Winter in Indien verbringen, Yoga unterrichten und das Leben in Sandalen geniessen. Ich war vorher schon in Goa gewesen und wusste, dass ich in Arambol leicht sozialen Anschluss finden würde, eine Ersatzfamilie aus Alt-hippies, Aussteigern und Weltenbummlern. Und das Indien genau der richtig Ort für mein enges Reise-Budget sein würde.

Das die Monate in Arambol jedoch so transformierend, lehrreich und vibrierend werden würden hätte ich mir nicht mal im Traum erwartet. Während ich mich in Österreich oft als freakigen Aussenseiter sehe, traf ich in Arambol lauter gleichgesinnte, offenherzige und spontane Menschen, die von Emotionen und Träumen geleitet sind und nicht von Geld und Karriere. Die Tage in Arambol schienen zu verfliegen und irgendwann verstand ich auch warum: hier sind die Tage so dicht gefüllt, an einem Tag passiert so viel, trifft man so viele Menschen und lernt so viel Neues, dass der Tag so reich wird wie es daheim nie passieren könnte. Trotz meiner Arbeit als Yogalehrerin hatte ich genug Freizeit um spontan beim einem Singing-Circle am Strand mitzumachen, eine offene Mediation zu besuchen oder mit

Freunden auf unserer Veranda den Nachmittag zu verplaudern.

Je weniger ich mir vornahm, um so mehr passierte und es war fast so als wenn ich gelenkt wurde je mehr ich die Zügel losliess. Das ist auf jeden Fall eine der Dinge, die ich mit aus Goa nehme: die Dinge weniger zu erzwingen sondern alles fliessen und geschehen zu lassen. Dinge natürlich entstehen zu lassen braucht Vertrauen und Gelassenheit und das mit Heim zu nehmen und im wiener Alltag anzuwenden wird spannend, denn nur zu schnell findet man sich in alten, vertrauten Mustern und Strudeln wieder. Aber wer immer in der Komfortzone bleibt, kann nie lernen und auch nie wachsen.

Danke an meine Arambol-Familie für die Geborgenheit und die Wärme, die Aufmerksamkeit die ich hier bekommen habe. Menschen haben sich Zeit für mich genommen und mit vielen, die ich kaum kannte, kam ich in tiefere Verbindungen, als mit so manchen langjährigen Freunden daheim. Sich gegenseitig auffangen, Raum und Verständnis zu geben und da zu sein, hat mich berührt und fasziniert. Danke, dass ich aufgenommen wurde, ohne zu hinterfragen was ich habe oder was ich kann. Danke das ich SEIN durfte ohne etwas tun zu müssen, ohne etwas darstellen oder beweisen zu müssen.

Danke für das Vertrauen in meine Fähigkeiten als Lehrerin, als Model und Produzentin von Tinkturen. Alles kam zu mir und hat sich so wunderbar eingefügt als hätte es nie anders sein sollen.

Danke für die Begegnung mit meinem Spiegel, der Person, die so viel getriggert und in mir bewegt hat. Die so viele Wunden in mir aufgerissen hat und durch Liebe, Geduld und Verständnis gereinigt und geheilt hat.

Danke das ich die Möglichkeit hatte meine Schatten zu betrachten, ihnen begegnen konnte und mir selbst verzeihen lernte. Ich bin eine sterblich Hülle und der ganze Aufwand, den ich bisher betrieben habe um diese Hülle perfekt und makellos erscheinen zu lassen, erscheint mir plötzlich wie Zeitverschwendung, denn in Wahrheit geht es um unseren Kern und nicht um das was den Kern umgibt.

Sich sich selbst erlauben Zeit zu haben, entgegen all den seltsamen Blicken und vorwurfsvollen Mienen, die man von Freunden und Familie bekommt, wenn man ihnen erklärt, dass man den Winter am Meer verbringen wird, ist das grösste Geschenk, das ich mir selbst machen konnte. Zeit zu haben mich selbst zu entdecken und mich im meiner Gesamtheit annehmen zu lernen ohne an mir zu Hadern oder zu Zweifeln ist ein Prozess, der jetzt begonnen hat und nicht mehr aufzuhalten ist.

Danke Arambol für deine heilende Energie, für die Ruhe, die du über mich gebracht hast.

Indien hat seine eigenen Gesetzte und zwingt einen in die Knie, bis man aufgibt und sich dem Fluss der Langsamkeit hingibt.

Indien hat mich gerufen um in seiner Gelassenheit Ruhe zu finden meine kriegerische Hülle abzuwerfen und meine weibliche Seite zu entdecken, zu verstehen, dass meine Aufgabe in diesem Leben ist, anders zu sein und genau dadurch meine Mitmenschen zu inspirieren und zu motivieren.

Danke Mama India. I love you. I love myself.

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