Mysore - die Ashtanga Yoga Hauptstadt


MYSORE UND MEIN YOGA-TRIP ZU DEN WURZELN DER SERIE

Das ich ein Ashtanga Yogi bin kann man nicht wirklich behaupten, keine Ahnung von Serie Nummer1, noch von Led-Class oder Mysore-Style und so tappelte ich ziemlich blauäugig in meine erste indische Ashtanga Stunde in Goa. Die Auswahl an Yoga Klassen im Hippie Örtchen Arambol ist wohl kaum zu übertreffen, aber da es für mich immer ein bissl härter, anstrengender und intensiver sein muss, war Ashtanga die einzige Alternative zu meiner Selbstpraxis, die mich nach 2 Monaten nicht mehr forderte.

In Arambol kann ich das Shala von Lehrer Balu empfehlen, direkt auf der Hauptstrasse gelegen gibts täglich die 6.30 Morgen-Klasse und die 8.45 Geführte-Klasse. Was ich besonders cool fand waren die Nachmittags-Klassen gegen 16.00Uhr. Auch wenn es drückend heiss war, wollte ich keine Klasse verpassen, denn verschiedene Tage der Woche widmen sich entweder

-Rückbeugen

-Hüftöffnern

-Vinyassa Positionen oder

-Armbalancen/Handstand.

Bei den Ashtangis schaut das so aus, dass um 6 oder 6.30 Uhr morgens die Mysore-Klasse stattfindet und das bedeutet, dass der Lehrer die Positionen nicht ansagt, sondern die Abfolge der Serie bereits in den Köpfen der Schüler verankert sein muss und jeder in seinem eigenen Tempo praktiziert. Dabei geht der Lehrer herum und gibt individuelle Adjustments und Erweiterungen aus der 2. nächst schwierigeren Serie. Die geführte Ashtanga Klasse ist offen für Schüler aller Level. Übrigens die Einladung zur Mysore-Klasse wird immer vom Lehrer ausgesprochen, sobald er sieht, das man bereit ist, für die nächste Stufe der Praxis.

In einer geführten Ashtanga Klasse sagt der Lehrer die Positionen und die Atemenzüge an, was es leichter macht dem Flow zu folgen. Was ich besonders mag, sind die Adjustments, wenn der Lehrer herum geht und die Schüler tiefer, weiter, intensiver in die Positionen dreht, drückt und schiebt. Wenn der Brustkorb aufgedreht wird, wenn die Hüften ausgerichtete werden und die Faszien in tiefen Lagen gedehnt werden. Ohne die Hilfe des Lehrers würden diese tiefen Öffnungen nicht möglich sein. Wenn Schmerz-und Dehngefühl verschwimmen und nur die Verbindung mit der Atmung hilft um Stand zu halten, kann all der Mist der uns wortwörtlich in den Knochen oder im Gewebe sitzt endlich weichen und Platz für Gutes, Neues geschaffen werden.

Ich hab Ashtanga bisher nur in Indien praktiziert und kann nur von hier berichten, aber wenn ich nicht volles Vertrauen in meine Lehrer gehabt hätte, weiss ich nicht, ob ich all die Adjustments mitgemacht hätte. Wenn plötzlich von hinten ein Fuss über deine Schulter steigt, sich zwei Arme um dein Schultern legen und dann in gemeinsamer Ujay-Atmung der Drehsitz zum Maximum gebracht wird, die Wirbel von oben nach unten knacksen, muss ich schon staunen, wie weit meine Körperbeweglichkeit reicht und wie furchtlos der Leherer meinen Körper in die `ideale` Ausrichtung zwängt.

Aber ich hab mir sagen lassen. genau DAS ist eben der Style, den man nur in Mysore bekommt, und NUR in Mysore. Ob gut, ob schlecht ob gesund oder nicht, da scheiden sich die Geister. Ich denke jeder muss für sich wissen, was er braucht und wo es zu viel wird. Nicht beurteilen und nicht verurteilen, sondern logisch-gelassen einatmen, ausatmen, vorbei ziehen lassen.

Die Klassen bei Balu sind voll, Yogis, Hippies und Traveller finden sich auf den Matten ein. Praktiziert wird auch an Mondtagen, denn hier im Touristenort wissen die meisten nicht mal, das Ashtanga an Neu-und Vollmondtagen nicht praktiziert wird, somit gibts keine Verwirrungen und ausser Samstags werden hier 3 Klassen pro Tag angeboten. Billig ist der Spass nicht aber Balu tourt im Sommer auch durch Ashtanga Studios in Europa, hat seine Fans und weiss, dass er für die Klasse mehr verlangen kann als sonst jemand in Arambol. Freitags nach der Led-Klasse lädt Balu alle Schüler ein zu verweilen, sich auf den schmuddeligen Matten ein Plätzchen zu suchen und dann gibts für alle gratis Tee und Obstssalat. Den Erlös der Freitags-Klassen spendet Balu, der nur auf Sanskrit unterrichtet an Kinderheime.

MYSORE

In Mysore DER Ashtanga Haupstadt schlecht hin, ticken die Uhren anders. Guruji, wie Patthabhi Jois, Ur-Vater der Ashtanga Serie liebevoll von seinen Anhängern genannt wird, war aus Mysore. Hier hat Ashtanga seinen Ursprung und bis heute ist das Main-Shala hier. Die besten Asthanga-Lehrer weltweit unterrichten in Mysore und hier ein paar Wochen verbracht zu haben um der Yoga Tradition näher zu kommen, ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Wer die Reise nach Mysore macht, der widmet sich ganz bewusst all den Kursangeboten von Yoga-Nidra, Krya-Yoga, Past-Life Regression, Meditationsklassen, Karma-Yoga, Yoga Philosophie, Backbending Klassen oder Klangschalen Therapie, um ein Maximum an Wissen und Erfahrung mit heim zu nehmen. Für Mysore kann ich nur empfehlen alles gründlich zu planen, denn spontan geht hier fast gar nichts. Darum gebe ich euch alle Kontakte weiter, denn das kann den Aufenthalt wirklich erleichtern. Die Yoga-Skalas oder auf gut Deutsch Yoga Studios befinden sich in zwei verschiedenen Stadtteilen von Mysore:

Gokulam: dieser Stadtteil ist hauptsächlich von westlichen Yogis zu dem geworden, was er heute ist; Yoga-Shops, Bioläden, kleine Cafes, vegetarische Restaurants und die Leute auf der Strasse mit Yogamatten unterwegs. Versteckt in den hügeligen Strassen ist das Main Shala, wo Gurujis Kinder die Klassen unterrichten. Im Main Shala zu praktizieren ist schwierig, da die Wartelisten lang sind und der Andrang gross ist. Es gibt viele Shalas in Gokulam, die ziemlich versteckt in kleinen Gässchen verteilt sind und ohne Moped ist man ziemlich aufgeschmissen. Mit der Riksha zu fahren ist keine gute Idee, da man jedes mal um den Fahrtpreis verhandeln muss und im dichten Verkehr stecken die Rikshas oft ewig fest. Ich hab mich wenig in Gokulam aufgehalten weil es mir zu teuer, zu weit weg und auch zu abgehoben war.

Lakshmipuram: dieser Stadtteil liegt am anderen Ende der Stadt und ist mehr indisch, authentischer, chaotischer, schmuddeliger und ein weniger intensiver. Auch hier haben sich einiege Yoga Shalas angesiedelt. Die Gegend ist weniger hip, Unterkünfte, Restaurants sind einfach aber sehr günstig. Das einziege Cafe mit kleiner Yoga-Boutique, Wifi und gutem Cafe heisst Maya Cafe. In der Yoga Schule Mandira gibt es ebenfalls ein kleines Restaurant mit gutem Wifi, gutem, veganem Essen, allerdings braucht alles ewig...

Um bei allen Yoga Klassen und Kursen mitzumachen, muss man sich vorher per Email bei den Lehrern anmelden. Das gilt für ganz Mysore! Bei manchen Lehrern mus man dann noch zu einem persönlichen Kennenlernen vor der erstenStunde erscheinen, also etwas übertrieben, aber bitte… Und wenn der Lehrer ein bekannter Meister ist, kann es sogar sein, dass man nur akzeptiert wird, wenn man eine Monatskarte kauft.

Die Preise für Yogastunden in Mysore pendeln sich zwischen 5 -7€ ein, was für Indien teuer ist aber in Mysore ganz normal. Dafür ist das Leben hier richtig billig. An den Kokosnussständen, an denen sich die Yogis nach der Klasse tummeln, gibts frisches Kokoswasser um 0,30cent. Wohnungen und Mopeds werden von Indern organisiert, die sich darauf spezialisiert haben, Yogis aus dem Westen den perfekten Mysore-Aufenthalt zu bieten. Mein Inder des Vertrauens hiess Kumar und eine Nachricht auf Facebook genügte um bei ihm Trinkwasser-Gallonen, Gas oder Bus-Tickets zu bestellen oder Hilfe für Postsendungen zu erfragen. Er holte mich sogar um 5.00Uhr morgens vom Busbahnhof ab und brachte mich zu einer kleinen, netten und vor Allem sauberen Wohnung. In ruhiger Lage und nah zu 3 verschiedenen Yoga Shalas hat mich die Wohnung mit kleiner Küche und sauberem Bad am Tag 5,00€ gekostet. Mein Moped hat der Vermieter für sagenhafte 1,20€ pro Tag verborgt!

Essengeh in Mysore ist ein Traum, sooo gut und sooo günstig, an jedem Eck die verlockenden kleinen, chaotisch voll gestopften Restaurants, die den ganzen Tag frisches Thalis und fettige Dosas anbieten.

In Mysore kommt mir vor, gehört es zum guten Ton, mindestens 2 Klassen am Tag zu besuchen. Die meisten Yogis kommen für einen Monat und wollen hier so viel wie möglich an Kursen und Weiterbildungen mitnehmen. Der ganz normale Yogi-Alltag beginnt um 5.45 mit gemeinsamen Chanten im Yoga Shala , 6.00 Uhr Start der ersten Yoga Klasse, Mittags gehts weiter mit der Backbending Klasse von Suresh und abhängig vom Shala werden auch nachmittags Stunden angeboten. Die Beckbending Klasse im Miranda Yoga Shala finde ich persönlich genial, fordernd und inspirierend. Ich kann einen Besuch hier nur empfehlen (hier kann man sogar eine Drop-in Klasse kaufen und muss sich nicht für die ganze Woche binden). Suresh, der Backend Lehrer, ist ehemaliger Yoga Champion und weiss was er tut. Sein Backbending Programm variiert leicht von Tag zu Tag, Sonntags ist Ruhetag und Montags startet der Kurs wieder von Neuem. Die tiefen und fortgeschrittenen Positionen lockert Suresh mit kleinen Witzchen, Partnerübungen oder Übungen an den Wänden des entzückenden Yogaraums auf. Seine Adjustments sind bestimmend aber feinfühlig und er sieht in jedem Schüler das ganz eigene Potenzial. Obwohl Suresh erst 27 ist, sieht er etwas in seinen Schülern, was sie selbst noch nicht sehen. Mit Vertrauen und Erfahrung ist er überall im Raum präsent und bringt durch gekonntes Aligning den Körper in Positionen, die vorher unerreichbar schienen.

In manchen Shalas sind die Nachmittagsklassen verpflichtend, wer also die Morgenklasse besucht, muss beim selben Lehrer auch zur nachmittags Medition oder Philosophie Vorlesung kommen.

Ich habe mich für das kleine und recht neue Yoga Shala von Kushal entschieden, das ich über Freunde empfohlen bekam. Da Kushal seine Yogatantra Anushtana Schule erst vor einigen Monaten eröffnet hat, praktizieren hier nicht so viele Schüler wie bei manchen anderen Shalas in Mysore. Bei Kushal gehts unprätentiös und fordernd zur Sache aber sehr intim und familiär. So hat uns Kushal zum Hindu-Neujahr mit zu seinen Eltern aufs Land genommen, wo wir mit dem herrlichsten, indischen Essen bis zum Platzen bekocht wurden. Bei Kushal kann man One-on-One Teacher Trainings buchen, Ayurveda Kurse belegen oder Krya Yoga Kurse machen.

Mysore leben und erleben, sich voll der Praxis zu widmen und einzutauchen in die ursprünglichste Art der Assana Tradition Indiens, ist ein Erlebnis, das die eigene Praxis auf ein neues Level bringen kann. Wer sich drauf einlässt, kann sicher viel mitnehmen, aber mir hat das Sozialleben und die Spontanität hier gefehlt. Der Körperkult des Yoga wird hier zu einem Extrem gebracht, bei dem die Spiritualität im Hintergrund bleibt. Für schwache Nerven und unerprobte Reisende kann Mysore sicher abschreckend sein. Ich hab gemerkt, je mehr ich mich fallen gelassen hab und dem Flow gefolgt bin um so mehr konnte ich aufnehmen und für mich mitnehmen. Also am Besten alle Vorstellungen und Voreingenommenheiten über Bord werfen und eintauchen in den Ashtanga-Wahnsinn.

Über meinen Krya-Kurs bei Kushal kannst du in meinem nächsten Blog Post lesen. Körperliche Reinigung zum Extrem; von Fäden Schlucken bis Erbrechen hab ich alles mitgemacht; aber dazu bald mehr…

KONTAKTE

Für Zimmer, Apartments und Mopeds: https://www.facebook.com/search/top/?q=kumar%20mysore%20mandala

Beckbending Klasse: http://www.ashtangayogamysore.co/about.html

Yoga Shala Lakshmipuram: https://yogatantra-anushtana.com/classes-and-schedule/

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